

Die Mediziner der Antike waren in vielen Bereichen „moderner“ als die heutige Medizin. Denn sie wussten, dass Krankheit dann entsteht, wenn der Mensch gegen seine Natur handelt, sich also „wider-natürlich“ verhält, aus seinem Gleichgewicht gerät und seine innere Balance verliert.
Die anthroposophische Medizin hat dieses Verständnis des sensiblen Gleichgewichts von Gesundheit und Krankheit ihrem ganzheitlichen Therapiekonzept zu Grunde gelegt. Anders als die rein naturwissenschaftlich orientierte Medizin bezieht sie neben den körperlichen Symptomen auch die Gefühle, Gedanken, die Lebensumstände und die Biographie – also die Lebensgeschichte des Menschen in die Behandlung mit ein. Ausgangspunkt jeder anthroposophischen Behandlung ist deshalb immer eine ausführliche biographische Anamnese. Im Verlauf eines Gesprächs, das bis zu einer Stunde dauern kann, lernt der Arzt Sie und Ihre ganz persönliche Geschichte kennen und kann so gesundheitliche Beschwerden in Ihren Lebenszusammenhang einordnen. Dies ist wichtig, um in der folgenden Therapie nicht isoliert körperliche Symptome zu behandeln, sondern Raum dafür zu schaffen, dass Sie zu Ihrem inneren Gleichgewicht zurückfinden und die Selbstheilungskräfte des Organismus aktivieren können. Dies bezeichnet man als Salutogenese
(= Heilung werden lassen).
Pflanzliche Arzneimittel und künstlerische Therapieformen wie die Heileurythmie, Sprach- und Stimmbildung oder die Bewegungstherapie unterstützen je nach Beschwerdebild den Heilungsprozess und helfen dabei, Symptome zu lindern. Die verwendeten pflanzlichen Arzneimittel werden nach besonderen pharmazeutischen Verfahren hergestellt – ähnlich wie homöopathische Medikamente. Ziel der Therapie ist es, das Gesundheits-potential, das jeder Mensch besitzt, auf allen Ebenen des Menschseins – körperlich, seelisch, geistig – zu aktivieren, zu erhalten und wachsen zu lassen.


Anthroposphische Therapie: Wissen, was den Menschen bewegt, und den Organismus aus sich selbst heraus gesund werden lassen